Zur Geschichte und Entstehung der Wallfahrt

Das Kloster St. Emmeram in Regensburg, eines der bedeutendsten Klöster der Benediktiner in Bayern, besaß nachweislich seit dem 9. Jahrhundert Güter in Haindlingberg. 1031 sind Besitzungen von St. Emmeram in Haindling und dem benachbarten Hainsbach belegt.
1268 erfolgte die Errichtung der klösterlichen Propstei Hainsbach. Die Hofmark Hainsbach wurde zusammen mit den benachbarten Hofmarken Gingkofen und Haindling zu einem wichtigen wirtschaftlichen Zentrum des Klosters St. Emmeram in Regensburg. Eine Marienkapelle in Haindling wird erstmals 1333 erwähnt.
Mit der Bestätigung der Kaplanei im Jahr 1337 durch Bischof Konrad von Regensburg ist die bestehende Wallfahrt "Zu Unserer Lieben Frau" in Haindling urkundlich gesichert.
Die Bischöfe waren bedacht, der Wallfahrt Ablassgnaden zukommen zulassen. So erwarb Bischof Friedrich im Jahr 1357 Ablässe von 16 Bischöfen und im Jahr 1487 genehmigten 17 Kardinäle Ablässe für die Besucher des Gnadenortes.
Durch diese Zuwendungen blühte die Wallfahrt mächtig auf und bekam überregionale Bedeutung. 1438 finden wir in Haindling bereits 6 Messpriester.
Die Wallfahrten brachten auch Geld, meistens viel Geld, in die Kasse der Wallfahrtskirche ein. Auch Haindling war eine reiche Wallfahrtskirche und die Hainsbacher und Gingkofener pilgerten nicht nur in ihren Seelennöten, sondern auch in finanziellen Schwierigkeiten nach Haindling, um Hilfe zu erreichen.
Um der Beliebtheit der Wallfahrt Rechnung zu tragen, erweiterte man die Anlage im Spätmittelalter durch die Kreuzkirche.
Pater Bonifaz Schachtner (+1743), der damals in Haindling wirkte, gründete die Erzbruderschaft der Heiligen Dreifaltigkeit. Er veröffentlichte auch Berichte über die wundertätige Hilfe der Haindlinger Madonna in seinen Mirakelbüchern, die weite Verbreitung fanden. Die Erzbruderschaft der Heiligen Dreifaltigkeit hatte in seiner Blütezeit über 10.000 Mitglieder.
Der blühenden Muttergotteswallfahrt trug auch die Verlegung der Probstei aus Hainsbach nach Haindling 1733/34 in das neu erbaute „Klösterl“ Rechnung.
Der einfache aber stattliche Bau mit Walmdach befindet sich circa 150 m südöstlich der Kirchenanlage und ist heute in privater Hand.
In dem „Klösterl“ haben sechs Mönche aus dem Kloster St. Emmeram gelebt, die die Wallfahrt betreuten. Zu den großen Wallfahrtstagen waren zusätzlich 10 bis 12 Patres aus dem Kloster St. Emmeram aus Regensburg anwesend.
Rund 60 Pfarreien, bis von Freising, Landshut, Landau und Regensburg kommend, pilgerten alljährlich zur Muttergottes nach Haindling. Allein am Pfingstmontag kamen 14 Pfarreien, die ab dem Morgengrauen eingeläutet wurden.
In jahrhundertelanger Bau- und Umbautätigkeit hat das Kloster St. Emmeram ein einzigartiges Wallfahrtszentrum geschaffen, das zu den bedeutendsten Gnadenstätten des bayerischen Kurfürstentums zählte, nach Bogen und Sossau die drittälteste in unserem Gebiet und älter als Altötting.
Als 1803 im Wege der Säkularisation das Stift Sankt Emmeram aufgelöst wurde, litten Haindling und seine Gnadenstätte noch mehr. Die Wallfahrt verlor ihren seelsorglichen und finanziellen Rückhalt und wurde im Laufe der Jahre fast bedeutungslos, wobei im Jahr 1860 noch von circa 20.000 Wallfahrern berichtet wird.
Die Hofmark Hainsbach wurde 1816 durch Maximilian Graf von Montgelas ersteigert.
Unter Pfarrer Manfred Kunert, der 1984 in die Pfarrei Hainsbach-Haindling kam, wurde versucht, die Wallfahrt wieder zu beleben.

Die Wallfahrtskirche „Mariä Himmelfahrt“

 

Patrozinium: 15. August - Bruderschaftsfest zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit: 1. Sonntag nach Pfingsten

Der gotische Kirchenbau wurde erstmals 1333 urkundlich erwähnt. Unter Abt Hieronymus II. Feury, der von 1609 -22 im Kloster St. Emmeram wirkte, wurde die Wallfahrtskirche im Geiste der Gegenreformation modernisiert. Er ließ die Türme beider Kirchen aufstocken. Ein Jahrhundert später erfolgte unter den Äbten Wolfgang Mohr und Anselm Godin der Umbau der Marienkirche zu einer großen Wandpfeileranlage, mit prächtiger Barockausstattung. Dabei wurden die mittelalterlichen Umfassungsmauern mitverwendet und der Turm beibehalten. Die Ausführung der Maurerarbeiten übernahm der Geiselhöringer Maurermeister Johann Pfättinger/Pfäffinger. Auch die übrige Ausstattung lag ausschließlich in den Händen einheimischer Handwerker und Künstler.

1722 feierte man die Konsekration des barocken Umbaus.

Dieser Barockbau hat sich in seinen Ausmaßen bis heute erhalten. Seine originale Ausstattung erlitt jedoch im Jahr 1816 durch den Einsturz der Decke im Langhaus den bedauernswerten Verlust von einem Großteil der Fresken. Die Decke des Kirchenschiffes wurde nach dem Einsturz und der darauffolgenden Wiedereinwölbung neu bemalt. Vier Szenen der Verherrlichung Mariens – darunter die Darstellung des Gnadenbildes über einer Ortsansicht von Haindling – begleiten in den Stichkappen Engel mit dem Ave Maria auf Spruchbändern.

Deckenbilder:

Von der umfangreichen Ausmalung haben sich nur die Deckenfresken im Chor erhalten. Sie zeigen neun Szenen aus dem Marienleben. Im ersten Joch (von Osten), im Scheitel: Darstellung Jesu im Tempel; seitlich rechts: Tod Mariä, seitlich links: Flucht nach Ägypten. Im zweiten Joch, im Scheitel: Mariä Vermählung; seitlich rechts Mariä Heimsuchung, links: Mariä Verkündigung. Im dritten Joch, im Scheitel: Unbefleckte Empfängnis; seitlich rechts: Mariens Tempelgang, links: Geburt Mariä. Begleitend dazu sind in den Stichkappen zwölf Embleme mit marianischen Symbolen dargestellt.

Am Chorbogen sieht man das Gnadenbild der Schönen Maria von Regensburg, eine der bedeutendsten europäischen Wallfahrten im Mittelalter, umgeben von acht Heiligen und Seligen, die im Kloster St. Emmeram verehrt wurden.

Das Westportal war ehemals der Haupteingang zur Kirche und wurde deshalb mit flankierenden ionischen Halbsäulen und einem Sprenggiebel besonders geschmückt. Die hier angebrachte Kartusche zeigt das Wappen des Bauherrn Abt Wolfgang Mohr von St. Emmeram in Regensburg. Auf dem Fries liest man die Jahreszahl 1721.

HochaltarDer Hochaltar von 1728 beeindruckt durch seine mächtige, den gesamten Chorschluss in Höhe und Breite einnehmende Anlage. Wie die übrige Ausstattung ist auch er ein Gemeinschaftswerk lokaler Meister. Den Aufbau fertigte der Geiselhöringer Schreiner Thomas Lehner. Auf jeder Seite flankieren drei im Dreieck angeordnete Säulen, die vorderen mit gedrehten Schäften, die Altarbilder. Den oberen Abschluss bildet ein Segmentbogen. Besonders auffällig sind die variierenden Furniermuster aus Nuss-, Kirsch- und Birnbaumholz. Das Hochaltarbild zeigt die Himmelfahrt Mariens. Heiliggeisttaube und Christus erfahren durch die Darstellung von Gottvater im Oberbild die Ergänzung zur Heiligen Dreifaltigkeit.

In Bayern gibt es nicht sehr viele furnierte Altarausstattungen. Insofern stellt Haindling eine Besonderheit dar, weit hinaus über die Grenze der Diözese. Das Besondere sei die Gesamtwirkung, die wiederum aus dem Detail entsteht. Ganz wunderbare Furniertechniken wurden kombiniert zu einem großen Ganzen.

Es sind ganz unterschiedliche Hölzer Stück an Stück gesetzt worden. Dabei gibt es auch stark geschwungene und gerade Flächen. Hier wurde auch differenziert zwischen den damals üblichen Sägefurnieren. Diese sind etwa 3 Millimeter dick und wurden von Hand gesägt, bis zu den Profilen und geschwungenen Säulen. Sogenannte Hobelfurniere, die man extra von Hand ausgedünnt hatte, um sie auf die geschwungenen Flächen anbringen zu können. Diese Furniere waren dann nur noch 0,5 Millimeter stark. Alles in allem ein kleines technisches Meisterwerk, so Dr. Katharina von Miller vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Die Bilder stammen von dem Straubinger Maler Joseph Anton März und wurden 1728 geliefert. Joseph Anton März, schwäbisch-bayerischer Maler des Barocks und frühen Rokokos, war der wichtigste ostbayerische Kirchenmaler seiner Zeit und starb 1750 in Straubing.

Zwischen den äußeren Säulenpaaren stehen lebensgroße, in Weiß und Gold gefasste Figuren der Eltern Mariens, Joachim und Anna, die der Bildhauer Simon Hofer aus Geiselhöring schuf.

Eine Kostbarkeit, die zu dieser Kirche gehört, ist ein 30 cm hohes, silbernes Reliquienkreuz, in dem ein Partikel vom Kreuz Christi verwahrt wird. Der Regensburger Weihbischof Albrecht Ernst Graf von Wartenberg, der 1714 die Johanneskirche in Hainsbach einweihte, hatte es dem Wallfahrtsort Haindling verehrt.

In Deutschland bewahren viele Kirchen Teile des Kreuzes auf. Die Reformatoren spotteten über die Reliquienverehrung, Calvin behauptete, die Stücke würden zusammen eine Schiffsladung Holz ausmachen. Inzwischen sind die Kreuzpartikel, oft nur Millimeter groß, katalogisiert und man kam zu dem Ergebnis, dass alle Partikel zusammen etwa 10 Prozent des Kreuzes ausmachen. Der größte Teil des Kreuzes ging in einer Schlacht der Kreuzfahrer am 4. Juli 1187 verloren. Die Splitter des Kreuzes werden im Gedenken an den Tod Jesu verehrt, um sensibel für das Leid vieler Menschen zu werden.

Seit dem 4. Jahrhundert werden auf den Namen „Maria“ Kirchen geweiht, der Name wird bevorzugter Taufname, zahlreiche Marienfeste werden in das liturgische Jahr aufgenommen; das Lob Mariens wird tägliche Gewohnheit (Engel des Herrn, Marienpsalter). Das II. Vatikanische Konzil hat Marias exemplarisches Menschsein vor Gott herausgestellt. Ebenso ist sie Urbild der Kirche: Sie empfängt Christus, gebiert ihn in den Getauften und verkündet ihn der Welt.

Vor dem Hochaltar befindet sich ein schlichter Volksaltar zur Feier des Gottesdienstes, der gemäß dem Erlass des 2. Vatikanischen Konzils (1962-65) den direkten Blickkontakt zwischen Priester und Gläubigen während der Messe ermöglicht.

Rokokospalier im ChorDas aufwendige Rokokospalier im Chor, das mit Baldachinen, Vorhangdraperien, Kartuschen mit bayerischen Rautenfeldern, Hermen, Putti und anderem Schmuck die Oratorien umrahmt, fertigte Thomas Wagner aus Geiselhöring 1762.

Das Chorgestühl mit 10 Plätzen stammt aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts und diente einst den Benediktinern zum Gebet. Es besteht aus je fünf, aus unterschiedlichen Hölzern zusammengesetzten Stallen, die durch Pilaster unterteilt sind.

Die beiden Altäre am Chorbogen haben einen ähnlichen Aufbau wie der Hochaltar und stammen ebenfalls von Thomas Lehner. Die Ölbilder wurden wiederum von Joseph Anton Merz gemalt.

GnadenaltarDer Gnadenaltar (rechts) ist das Zentrum der Verehrung des Haindlinger Gnadenbildes und zugleich der Altar für die Bruderschaft zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Im Mittelpunkt des Gehäuses befindet sich das Gnadenbild, eine 48 cm hohe Holzfigur der Muttergottes mit Kind. Die Figur dürfte um 1330 geschnitzt worden und wohl Regensburger Arbeit sein. Besonders wertvoll ist die weitgehend erhaltene originale Fassung der Figur. Das Postament mit dem Halbmond, das Zepter Mariens, die Kronen und der Strahlenkranz stammen aus dem Jahr 1715. Auf dem Dach sieht man eine Strahlensonne mit dem Monogramm Mariä. Die an den Seiten angesetzten Wangenflächen enthalten Reliquiennischen. Der Altar wurde von Thomas Lehner gefertigt. Die farbliche Fassung übernahm der Geiselhöringer Maler Balthasar Haas. Das Altarbild zeigt die Heilige Dreifaltigkeit. Das Oberbild zeigt eine Darstellung des hl. Josef. Beide Bilder stammen von Joseph Anton Merz.

Die Verehrung des hl. Josef beginnt im Zeitalter des Barock und erreicht im 19. und 20. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Deutlich zu sehen ist an seiner Person der Wandel in der Frömmigkeit. Der Patron der Kaufleute und Verwalter, da er für die rechte Finanzierung seiner Familie sorgte, wurde in der Barockzeit zum viel verehrten Patron eines guten Todes und dann im 19. und 20. Jahrhundert zu „Josef dem Handwerker und Arbeiter“.

Dreifaltigkeit (Trinität) ist die Bezeichnung für das zentrale Glaubensgeheimnis, das sich durch Reflexion auf die Bibel im 4. Jahrhundert herauskristallisierte. Gott existiert als einer in den Personen von Vater, Sohn und Heiligem Geist.

Votivtafeln2In der sich anschließenden Gnadenkapelle bezeugen viele Votivtafeln und Votivgaben die innige Verehrung, die der Haindlinger Muttergottes seit Jahrhunderten entgegengebracht wird. So pilgern die Gläubigen der Pfarrei Andermannsdorf seit über 560 Jahren getreu dem Gelöbnis im Pestjahr 1456 alljährlich nach Haindling.

Holzfigur hl SebastianAm Sebastiansaltar (links) hat die 1714 zum Schutz gegen die Pest gegründete Sebastiansbruderschaft, die heute noch besteht, ihre Andachtsstätte. Das Altarbild zeigt den hl. Sebastian, der Haindling mit seinem Schild gegen die Pestpfeile abschirmt.

Sebastian, geboren um 288 in Rom, war römischer Soldat. Der Überlieferung zufolge hatte sich Sebastian als Hauptmann am kaiserlichen Hof öffentlich zum Christentum bekannt und notleidenden Christen geholfen, woraufhin ihn Diokletian zum Tode verurteilte und von Bogenschützen erschießen ließ. Im Glauben, er sei tot, ließ man ihn danach liegen. Sebastian war jedoch nicht tot, sondern wurde von einer frommen Witwe mit dem Namen Irene, die ihn eigentlich beerdigen wollte, wieder gesund gepflegt.

Nach seiner Genesung kehrte er zu Diokletian zurück und bekannte sich erneut zum Christentum. Diokletian befahl daraufhin, ihn mit Keulen im Zirkus zu erschlagen.

Die ausdrucksstarke Holzfigur des hl. Sebastian, gestiftet 1681 von einem Hainsbacher Bauern, ist ein Werk des Bogener Meisters Johann Gottfried Frisch.

Das Oberbild zeigt Rochus. Er wird mit entblößtem Oberschenkel dargestellt, auf dem eine Pestbeule zu sehen ist. Die Pestbeule findet sich auch in der Leistengegend des Heiligen. Ein Hund ist Rochus meistens beigestellt. Dieser hat ihm Brot gebracht, als er auf einer Reise nach Rom selbst von der Krankheit befallen wurde. Er hatte Pestkranke gepflegt. Neben Sebastian und Anna war Rochus der populärste Pestheilige, dessen Verehrung erst seit dem Ausbleiben großer Epidemien im 17. Jahrhundert langsam nachließ.

KanzelAuch die Kanzel schuf Thomas Lehner 1721. Ihr Korpus ist durch vorspringende Volutenpilaster in Feldern unterteilt. Darin befinden sich Bilder der vier lateinischen Kirchenväter. Von rechts: Augustinus, der die Theologie und Philosophie durch Jahrhunderte hindurch bis zur Gegenwart beeinflusst hat. Hieronymus, Schöpfer der bis heute gebräuchlichen lateinischen Bibelübersetzung. Er war der einzige Kirchenvater, der es nicht zum Bischof brachte. Gregor I. der Große. Nach ihm ist der gregorianische Choral benannt. Ambrosius, Bischof von Mailand, bedeutender Förderer des Mönchtums und Begründer des Kirchengesangs. So stammt das Gloria, das in feierlichen Messen und am Sonntag gesungen wird, von Ambrosius. Die Bilder wurden von Joseph Anton Merz gemalt. Ein posauneblasender Engel steht auf dem Schalldeckel. Weitere Engel sitzen zu seinen Füßen am geschweiften Gebälk.

Der Leonhardaltar  (links) wurde 1709 von Hans Obermayr, Geiselhöring, geschreinert. Das Altarbild zeigt die beiden Viehpatrone Leonhard und Wendelin. Das Oberbild zeigt den hl. Martin, Bischof von Tours. Er ist einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche und wird auch in der orthodoxen, anglikanischen sowie der evangelischen Kirche verehrt.

Die Gans ist das typische Tier, an dem man den hl. Martin erkennen kann. Als er zum Bischof gewählt werden sollte, versteckte er sich in einem Gänsestall und wurde durch deren Geschnatter verraten.

In nahezu allen künstlerischen Darstellungen wird er allerdings mit einem roten Offiziersmantel abgebildet. An einem Tag im Winter begegnete Martin am Stadttor von Amiens einem armen, unbekleideten Mann. Außer seinen Waffen und seinem Militärmantel trug Martin nichts bei sich. In einer barmherzigen Tat teilte er seinen Mantel mit dem Schwert und gab eine Hälfte dem Armen. In der folgenden Nacht sei ihm dann im Traum Christus erschienen, bekleidet mit dem halben Mantel, den Martin dem Bettler gegeben hatte. Im Sinne von Mt 25,35–40  „Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet … Was ihr für einen meiner geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan.“ – erweist sich Martin hier als Jünger Jesu.

Dass zu Martin eine Gans gehört, hängt mit Pachtzahlungen in Naturalien zusammen. Häufig wurde die Pacht in Form einer Gans abgeliefert. Zum anderen war Martini ein Quartal, an dem Knechte und Mägde den Arbeitgeber wechselten. Als Abschiedsgeschenk erhielten sie eine Gans. Nachträglich konnte man auch eine Parallele zum Heiligen finden. In seinem Leben sind die Gänse nicht zum Verzehr vorgesehen, sondern sie verrieten ihn, als er sich der Überlieferung nach in einem Gänsestall versteckte, um nicht zum Bischof gewählt zu werden.

Auf der Mensa steht ein Herz-Jesu-Bild in einem Muschelwerkrahmen, das um 1760 entstanden sein dürfte, also in der Zeit des ausklingenden Hochbarocks. Im 17. und 18. Jahrhundert entfaltete sich die Herz-Mariä-Verehrung.

Den Wolfgangsaltar  (rechts) lieferte Thomas Lehner 1723. Das Altarbild zeigt die drei im Kloster St. Emmeram zu Regensburg verehrten Heiligen, nämlich Martyrerbischof Emmeram mit Leiter, den Diözesanpatron Wolfgang mit Kirche und Dionysius von Paris mit abgeschlagenem Haupt. Der römische Statthalter ließ Dionysius im Zuge der Christenverfolgung verhaften und enthaupten. Dionysius soll danach aufgestanden und mit seinem Kopf in den Händen noch ein Stück gelaufen sein, um die Stelle zu erreichen, wo er begraben sein wollte. Das Altarbild wurde von Joseph Anton Merz gemalt. Im Oberbild ist der hl. Nikolaus von Myra mit drei Goldkugeln dargestellt. Ein armer Edelmann wollte seine drei Töchter verheiraten, aber ohne Mitgift fanden sie keine Ehemänner. Also steckte er sie in ein Freudenhaus, damit sie dort das nötige Geld verdienten. Nikolaus hörte davon und warf ihnen rechtzeitig mit Goldstücken gefüllte Lederbeutel durch ihre Fenster, so dass Ehre und die Ehen der drei Mädchen gerettet waren. Anstelle des Tabernakels steht auf der Mensa ein Herz-Marien-Bild in einem Muschelwerkrahmen, das um 1730 entstanden sein dürfte.

Die Kirchenstühle gegenüber stammen noch aus der Zeit vor dem Einsturz des Gewölbes.

Der Barbaraaltar (links) von 1739 ist wiederum ein Werk von Thomas Lehner. Das Altarbild zeigt das „Martyrium der hl. Barbara“. Der Überlieferung nach ließ sich die hl. Barbara während der Christenverfolgung taufen und wurde Christin. Weil sie den Wunsch ihres Vaters den Glauben zu verleugnen nicht erfüllte, wurde sie in einen Turm eingesperrt und schließlich hingerichtet. Die Legende erzählt: Auf den Weg zum Gefängnis verfing sich ein Kirschzweig in Barbaras Kleid. Sie stellte ihn in einen Krug mit Wasser. An dem Tag, an dem sie zum Tode verurteilt wurde, blühte der Zweig auf. In dieser Legende gründet der Brauch der Barbarazweige. Barbara gehört zu den Vierzehn Nothelfern. Das Oberbild zeigt die hl. Apollonia, die geweihte Jungfrau, die während der Christenverfolgung verschleppt wurde. Man schlug ihr die Zähne aus und drohte, sie lebendig zu verbrennen, falls sie ihren Glauben nicht verleugne. Darauf sprang sie laut betend selbst in den brennenden Scheiterhaufen. Das Bild auf der Mensa stellt den hl. Aloisius von Gonzaga, der der Schutzheilige der christlichen Jugend ist, dar.

Der Andreasaltar (rechts) stammt ebenfalls von Thomas Lehner. Seine farbliche Fassung von Johann G. Haubner aus Geiselhöring. Das Altarbild zeigt den Apostel Andreas mit Darstellung des Martyriums. Er wurde gekreuzigt. Das geschah der Legende nach an einem Kreuz mit schrägen Balken. Ein X-förmiges Kreuz nennt man "Andreaskreuz". Es steht weltweit vor Bahnübergängen. (Andreaskreuz; zugleich als Abkürzung des Namens Christi=griechisch:X). Das Oberbild zeigt den hl. Christophorus. Der Name bedeutet übersetzt „Christus-Träger". Christophorus wird meist als großer Mann mit einem Kind auf den Schultern dargestellt, das er über einen Fluss trägt. Nach der Legende war dieses Kind sehr schwer. Auf seine Frage, warum er so schwer sei, antwortet der Knabe, er müsse die ganze Welt tragen.

Mondsichelmadonna HaindlingBei der hier aufgestellten Holzfigur der „Mondsichelmadonna“ handelt es sich um eine sehr qualitätsvolle Arbeit eines unbekannten Landshuter Meisters. Die gotische Madonna dürfte um 1480 gefertigt worden sein und stammt aus der 1924 abgebrochenen Kirche in Haindlingberg. Die Mondsichel leitet sich aus der Offenbarung des Johannes her: „Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.“ (Offb 12,1)

Bild gegenüber: hl. Franz von Assisi. Er war der Gründer des Ordens der Minderen Brüder (Franziskaner).

Am Benediktusaltar (links) von 1746 ist auf dem Altarbild der Ordensgründer Benedikt, von Engeln umgeben, zu sehen. Benedikt wurde um 480 in Nursia bei Perugia geboren und starb 547 auf dem Monte Cassino bei Cassino. Er war Einsiedler und Abt. Auf ihn geht das nach ihm benannte benediktinische Mönchtum zurück. Er gründete Montecassino, das erste Benediktinerkloster. Benedikt ist Vater des abendländischen Mönchtums und Patron von Europa. Seine Zwillingsschwester war die später ebenfalls als Heilige verehrte Scholastika. Das Oberbild zeigt „Christus und den Apostel Thomas“.

Gegenüber an der Wand hängt ein Votivbild mit einer Darstellung von Hainsbach aus dem Jahr 1704 und dem nicht mehr existierenden Schloss, das 1813 abgebrochen wurde.

Der Altar der Schmerzhaften Mutter Gottes (rechts) stammt von 1746. Das Altarbild zeigt die „Mater Dolorosa“ (Schmerzhafte Muttergottes) und ist eine im Rahmen der Marienverehrung gebrauchte Darstellung der Schmerzens Maria, der lebenslange Sorge Mariens um ihren Sohn Jesus Christus. Oberbild: Antonius von Padua. Er war ein portugiesischer Franziskaner, Theologe und Prediger. Antonius ist ein Heiliger und einer der 35 Kirchenlehrer der römisch-katholischen Kirche. Auf der Mensa steht ein Schrein mit einer plastischen Darstellung des Heiligen Grabes aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Von der originalen Ausstattung ist in der 3. Kapelle noch ein Beichtstuhl mit geschweiften Aufsätzen erhalten. Er entstand um 1720/30 und stammt ebenfalls aus der Werkstatt des Geiselhöringer Thomas Lehner.

Der Aufbau der mit Akanthusornament geschmückten Orgel (1766; Anfang 20. Jahrhundert erneuert) ist durch drei mittlere und zwei höhere seitliche Achsen gegliedert.

Gedenktafeln/Grabdenkmäler:

In der Nähe des Südeingangs befindet sich ein Hochrelief aus Kalkstein des Lehensträgers Gabriel Kastner von Hainsbach mit Ritterrüstung, im Volksmund auch „der Eiskalte von Haindling“ genannt. Gabriel Kastner war letzter Lehensträger von Hainsbach, Haindling und Mötzing. Er starb 1565 und wurde mit seiner Frau in der Pfarrkirche Hainsbach begraben. Weitere Grabdenkmäler befinden sich im West- und beim Nordeingang sowie an der Südwand außen.

Der Kreuzweg:

Gedenktafeln aussenDie ersten Pilgerreisen der Christen führten einst zu den heiligen Stätten des Lebens- und Leidensweges Christi. Die Verbindung einer Marienwallfahrt mit einem Kreuzweg liegt daher nahe. Einzelne Passionskapellen besaß Haindling schon im 17. Jahrhundert. Um 1733 dann ließ Pater Bonifaz Schachtner an einem Weg über den Hang und den Kirchhof hinauf einen neuen Kreuzweg mit vierzehn Stationen errichten. Die unterschiedlich großen, rundbogig geöffneten Kapellen wurden von Johann Haubner aus Geiselhöring farblich gefasst. Heute schmücken Reliefs die Kapellen. Höhe- und Endpunkt des Kreuzwegs stellt die Kreuzkirche mit ihrer Ausstattung und ihren Kapellen dar. Das Heilige Grab als letzte Station befindet sich in ihrem Unterbau.

Ölbergkapelle:

KreuzwegDie lebensgroßen Stuckfiguren hat der Regensburger Bildhauer Georg Wilhelm 1655 angefertigt. Übermalt wurden sie 1906.

Kirche Hainsbach

Pfarrkirche Hainsbach

1714 wurde die Pfarrkirche Johannes der Täufer (Johannes Baptista) und Johannes der Evangelist (der Apostel, der Theologe) vom Regensburger Weihbischof Albrecht Ernst Graf von Wartenberg geweiht. Die ursprünglich romanische, aus Bruchsteinen und Quadern erbaute Kirche wurde in ihrer langen Geschichte mehrmals verlängert und verändert, und zwar hauptsächlich in den Jahren 1712 und 1911. Der Turm wurde im Jahre 1786 erhöht. Er ist mit einer barocken Zwiebelkuppel bekrönt.

Das kleine romanische Fenster im Untergeschoss der Ostwand des Chores ist das einzige heute noch sichtbare Relikt der ursprünglichen Kirche. Das alte noch vorhandene Bruchsteingemäuer aus der Romanik im unteren Teil des Turmes und im vorderen Teil des Kirchenschiffes liegt unter Verputz.

Erstmals urkundlich bezeugt ist die Pfarrkirche Hainsbach im Jahr 1266, als Papst Clemens VI. dem Benediktinerkloster St. Emmeram in Regensburg die Kirche in Hainsbach bestätigte. Kraft dieser päpstlichen Bestätigung ist sie als Eigentum des Klosters St. Emmeram in Regensburg ausgewiesen.

Von der mittelalterlichen Ausstattung erhalten geblieben sind das Sakramentshäuschen aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts in der Nordwand des Chores – es diente früher zur Aufbewahrung der geweihten Hostien – und das Taufbecken.

Altar Kirche Hainsbach

Im Jahr 1667 erhielt die Kirche die beiden barocken Seitenaltäre mit korinthischen Säulen und Engelsköpfen. Das Altarbild auf dem rechten Seitenaltar zeigt die Vierzehn Nothelfer mit der Haindlinger Madonna. Das Oberbild zeigt den hl. Josef. Auf der Mensa des linken Seitenaltars steht eine Barockmadonna. Das Altarbild zeigt die Heilige Familie und auf dem Oberbild ist Apollonia, die geweihte Jungfrau, zusehen.

Der jetzige Hochaltar, eine schmale Anlage mit zwei gewundenen Säulen, wurde 1714 in der Klosterschreinerei St. Emmeram gefertigt. Auf seiner Rückwand steht: „Dieser Altar ist in St. Emmeram in Regensburg in der Schreinerey von Neuem gemacht worden durch Herrn Frater Felix Rem und des Gesellen Thomas Lehner.“ (Anmerkung: Thomas Lehner ließ sich später als Schreiner in Geiselhöring nieder und arbeitete unter anderem in den Kirchen von Haindling und Hadersbach). Das Altarbild zeigt Maria mit dem Jesuskind und Johannesknaben, flankiert von den gotischen Apostelfiguren Petrus und Paulus, die um 1490 gefertigt worden sein dürften. Sie stammen aus der Kirche in Haindlingberg, die 1924 abgerissen wurde.

Apostelfigur Kirche Hainsbach

Paulus wird mit einem Schwert dargestellt, weil er mit dem Schwert enthauptet wurde, denn als Jude mit römischen Bürgerrecht durfte er nicht gekreuzigt werden. Ferner hatte er  zwei Namen: einen hebräischen (Saul) und einen griechisch-römischen (Paulus). Paulus besaß von seinem Vater her das römische Bürgerrecht.

Das Oberbild zeigt Johannes der Evangelist auf Patmos. Johannes wurde im Rahmen der Christenverfolgung unter Kaiser Domitian (81-96) auf die Insel Patmos verbannt. In der Zeit der Verbannung soll Johannes die "Apokalypse" geschrieben haben, die "Offenbarung des Johannes", das letzte Buch des Neuen Testaments. Hier gibt es aber viele kritische Stimmen, die an der Urheberschaft des Apostels zweifeln. An der linken Wand des Chores hängt ein Bild zum Thema „Mater Dolorosa“ (Schmerzhafte Muttergottes), welches das Altarbild der Fastenzeit ist.

Über dem Chorbogen befindet sich eine Wappenkomposition, von Engeln flankiert, des Abtes Johannes IV. Baptist Hemm (1694-1719) vom Kloster St. Emmeram, Regensburg.

1720 kam die jetzige Kanzel in die Pfarrkirche. Das große Kruzifix und die schmerzhafte Muttergottes an der rechten Seite des Kirchenschiffes fertigte der Geiselhöringer Bildhauer Simon Hofer in den Jahren 1741 bis 1745. Nicht bekannt sind die Künstler der übrigen kleineren Figuren.

Mondsichelmadonna Hainsbach

Die „Mondsichelmadonna“ mit Kind auf dem linken Seitenaltar entstammt wohl dem 19. Jahrhundert. Die goldene Krone erhielt sie im Jahr 1956. Dem 19. Jahrhundert zuzurechnen sind außerdem noch die Figuren des hl. Franziskus mit Kind, des hl. Judas Thaddäus und der hl. Theresia, die alle im Kirchenschiff unter der Empore ihren Platz haben.

Bereits im 18. Jahrhundert dagegen dürften der hl. Sebastian und die recht ausdrucksstarke Plastik des hl. Johannes Nepomuk gefertigt worden sein.

Seit 1893 ist der Kreuzweg in der Pfarrkirche.

Deckenbild Kirche Hainsbach

Das eindrucksvolle Deckengemälde, die „Madonna schützt Hainsbach“, wurde von Gotthard Bauer 1929 gemalt.

Schließlich gehören noch zur Ausstattung der Pfarrkirche alte Grabplatten im Chor und vorderen Kirchenschiff. Sie erinnern an die Hainsbacher Hofmarksherren Sigmund und Gabriel Kastner, gestorben 1533 und 1565, an die Gattin von Sigmund, an die Hainsbacher Pfarrer Friedrich Zigler, gestorben 1669, und Sebastian Stiller sowie an den St. Emmeramer Probst Johann Ulrich Kastner.

Der markanteste Grabstein unter diesen ist sicherlich der des Hainsbacher Hofmarksherrn Gabriel Kastner, des Letzten seines Geschlechts, an der linken Seite des Kirchenschiffes, unmittelbar neben dem linken Seitenaltar. Auf einer Rotmarmorplatte ist im Relief der Gekreuzigte dargestellt, diesem zu Füßen die Stadt Jerusalem. Darunter knien Gabriel Kastner und eine Gemahlin, die in Hainsbach begraben wurden.

Die Kreuzkirche Patrozinium: 14. September (Kreuzerhöhung)

Kreuzkirche2 Haindling

Um die Beliebtheit der Marienwallfahrt noch mehr zu fördern, erweiterte man im Spätmittelalter die Anlage durch die Kreuzkirche. Die Bausubstanz stammt zum Teil aus der Zeit um 1480. Konkrete Hinweise über die Anfänge sind jedoch nicht überliefert.Abt Hieronymus II. Feury, der im Benediktinerkloster St. Emmeram zu Regensburg wirkte, ließ die Kreuzkirche ab 1621 im Geiste der Gegenreformation völlig erneuern und die Türme beider Kirchen aufstocken. Die Einweihung der Kirche erfolgte am 14. September 1627.

Altar Kreuzkirche

Der Hochaltar von 1621-23 ist ein monumentales Werk der Renaissance und zählt zu den schönsten seiner Art in Bayern. Er ragt über 11 m bis zur Wölbung des Chorschlusses empor und besitzt noch die originale Farbfassung von Johann Paul Schwendtner. Als Meister kommt der Regensburger Bildhauer Hans Wilhelm infrage. Der Aufbau hat die Form eines zweigeschossigen Triumphbogens. In der Mittelnische steht eine lebensgroße Kreuzigungsgruppe (Maria Magdalena, zu Seiten Maria und Johannes), flankiert von den bedeutenden Benediktinerheiligen Benedikt mit Giftbecher, der zersprang als er das Kreuz darüber machte und Scholastika, die Zwillingsschwester von Benedikt, als Äbtissin mit Regelbuch. Scholastika, geboren um 480 in Nursia (heute Norcia in Umbrien), stammte aus adligen Haus und war die Zwillingsschwester des hl. Benedikt. Sie wurde schon früh Nonne und rief mit Benedikts Unterstützung den Orden der Benediktinerinnen ins Leben. Darüber ist das Wappen des Abtes Hieronymus II. Feury angebracht. Im Aufsatz sieht man die Statue des hl. Emmeram mit Leiter, an der er zu Tode gemartert wurde. Daneben links: der heilige Wolfgang mit Bischofsstab und Kirchenmodell und rechts Dionysius mit abgeschlagenem Haupt. Dieser erlitt unter römischer Herrschaft das Martyrium. Mit dem Kopf in der Hand ist er bis zu dem damals außerhalb von Paris gelegenen Ort gegangen, weil er dort begraben werden wollte. So erzählt es die Legende.   Den Abschluss bildet ein Ovalmedaillon mit der Halbfigur des hl. Hieronymus als Gelehrter mit Buch. Hieronymus war der Namenspatron des Stifters. Auf ihn verweist auch die Inschrift auf dem Altarsockel: „Hieronymus secundus abbas MDCXXIII (1623).

Oelbilder Kreuzkirche

Eine kunstgeschichtliche Besonderheit in der Kirche sind „Die sechs Fälle“, Ölgemälde mit Szenen aus der Passion Christi als Ergänzung zum Hochaltar. Es handelt sich um die Bilder: Verurteilung Christi (2 Bilder), Christus vor Pilatus, Christus an der Geißelsäule, Christus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz und Christus wird an das Kreuz genagelt, gemalt in den Jahren 1621 bis 1628 vom Regensburger Maler Johann Paul Schwendtner.

Die in den Wänden eingelassenen Tafeln verzeichnen mehr als 900 Namen von Gefallenen und Vermissten im Zweiten Weltkrieg aus dem „alten“ Dekanat Geiselhöring. Ihrer gedenkt man stets am dritten Sonntag im September bei der jährlichen Kreiskriegergedächtnisfeier.

Zusammenfassung:

Die Haindlinger Wallfahrt gehört zu den ältesten Marien-Gnadenstätten im Bistum Regensburg. Sie hatte schon in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts viele Verehrer. Vor allem aber im 18. Jahrhundert erfreute sie sich größter Beliebtheit. Davon zeugt die teilweise erhaltene, prunkvolle Ausstattung der Wallfahrtskirche aus jener Zeit. Sie wurde ausschließlich von einheimischen Künstlern und Handwerkern angefertigt. Mit dem Altar der Kreuzkirche besitzt Haindling einen der schönsten Renaissancealtäre Bayerns.