Zur Geschichte und Entstehung der Wallfahrt

Das Kloster St. Emmeram in Regensburg, eines der bedeutendsten Klöster der Benediktiner in Bayern, besaß nachweislich seit dem 9. Jahrhundert Güter in Haindlingberg. 1031 sind Besitzungen von St. Emmeram in Haindling und dem benachbarten Hainsbach belegt.
1268 erfolgte die Errichtung der klösterlichen Propstei Hainsbach. Die Hofmark Hainsbach wurde zusammen mit den benachbarten Hofmarken Gingkofen und Haindling zu einem wichtigen wirtschaftlichen Zentrum des Klosters St. Emmeram in Regensburg. Eine Marienkapelle in Haindling wird erstmals 1333 erwähnt.
Mit der Bestätigung der Kaplanei im Jahr 1337 durch Bischof Konrad von Regensburg ist die bestehende Wallfahrt "Zu Unserer Lieben Frau" in Haindling urkundlich gesichert.
Die Bischöfe waren bedacht, der Wallfahrt Ablassgnaden zukommen zulassen. So erwarb Bischof Friedrich im Jahr 1357 Ablässe von 16 Bischöfen und im Jahr 1487 genehmigten 17 Kardinäle Ablässe für die Besucher des Gnadenortes.
Durch diese Zuwendungen blühte die Wallfahrt mächtig auf und bekam überregionale Bedeutung. 1438 finden wir in Haindling bereits 6 Messpriester.
Die Wallfahrten brachten auch Geld, meistens viel Geld, in die Kasse der Wallfahrtskirche ein. Auch Haindling war eine reiche Wallfahrtskirche und die Hainsbacher und Gingkofener pilgerten nicht nur in ihren Seelennöten, sondern auch in finanziellen Schwierigkeiten nach Haindling, um Hilfe zu erreichen.
Um der Beliebtheit der Wallfahrt Rechnung zu tragen, erweiterte man die Anlage im Spätmittelalter durch die Kreuzkirche.
Pater Bonifaz Schachtner (+1743), der damals in Haindling wirkte, gründete die Erzbruderschaft der Heiligen Dreifaltigkeit. Er veröffentlichte auch Berichte über die wundertätige Hilfe der Haindlinger Madonna in seinen Mirakelbüchern, die weite Verbreitung fanden. Die Erzbruderschaft der Heiligen Dreifaltigkeit hatte in seiner Blütezeit über 10.000 Mitglieder.
Der blühenden Muttergotteswallfahrt trug auch die Verlegung der Probstei aus Hainsbach nach Haindling 1733/34 in das neu erbaute „Klösterl“ Rechnung.
Der einfache aber stattliche Bau mit Walmdach befindet sich circa 150 m südöstlich der Kirchenanlage und ist heute in privater Hand.
In dem „Klösterl“ haben sechs Mönche aus dem Kloster St. Emmeram gelebt, die die Wallfahrt betreuten. Zu den großen Wallfahrtstagen waren zusätzlich 10 bis 12 Patres aus dem Kloster St. Emmeram aus Regensburg anwesend.
Rund 60 Pfarreien, bis von Freising, Landshut, Landau und Regensburg kommend, pilgerten alljährlich zur Muttergottes nach Haindling. Allein am Pfingstmontag kamen 14 Pfarreien, die ab dem Morgengrauen eingeläutet wurden.
In jahrhundertelanger Bau- und Umbautätigkeit hat das Kloster St. Emmeram ein einzigartiges Wallfahrtszentrum geschaffen, das zu den bedeutendsten Gnadenstätten des bayerischen Kurfürstentums zählte, nach Bogen und Sossau die drittälteste in unserem Gebiet und älter als Altötting.
Als 1803 im Wege der Säkularisation das Stift Sankt Emmeram aufgelöst wurde, litten Haindling und seine Gnadenstätte noch mehr. Die Wallfahrt verlor ihren seelsorglichen und finanziellen Rückhalt und wurde im Laufe der Jahre fast bedeutungslos, wobei im Jahr 1860 noch von circa 20.000 Wallfahrern berichtet wird.
Die Hofmark Hainsbach wurde 1816 durch Maximilian Graf von Montgelas ersteigert.
Unter Pfarrer Manfred Kunert, der 1984 in die Pfarrei Hainsbach-Haindling kam, wurde versucht, die Wallfahrt wieder zu beleben.