Die Kreuzkirche Patrozinium: 14. September (Kreuzerhöhung)

Kreuzkirche2 Haindling

Um die Beliebtheit der Marienwallfahrt noch mehr zu fördern, erweiterte man im Spätmittelalter die Anlage durch die Kreuzkirche. Die Bausubstanz stammt zum Teil aus der Zeit um 1480. Konkrete Hinweise über die Anfänge sind jedoch nicht überliefert.Abt Hieronymus II. Feury, der im Benediktinerkloster St. Emmeram zu Regensburg wirkte, ließ die Kreuzkirche ab 1621 im Geiste der Gegenreformation völlig erneuern und die Türme beider Kirchen aufstocken. Die Einweihung der Kirche erfolgte am 14. September 1627.

Altar Kreuzkirche

Der Hochaltar von 1621-23 ist ein monumentales Werk der Renaissance und zählt zu den schönsten seiner Art in Bayern. Er ragt über 11 m bis zur Wölbung des Chorschlusses empor und besitzt noch die originale Farbfassung von Johann Paul Schwendtner. Als Meister kommt der Regensburger Bildhauer Hans Wilhelm infrage. Der Aufbau hat die Form eines zweigeschossigen Triumphbogens. In der Mittelnische steht eine lebensgroße Kreuzigungsgruppe (Maria Magdalena, zu Seiten Maria und Johannes), flankiert von den bedeutenden Benediktinerheiligen Benedikt mit Giftbecher, der zersprang als er das Kreuz darüber machte und Scholastika, die Zwillingsschwester von Benedikt, als Äbtissin mit Regelbuch. Scholastika, geboren um 480 in Nursia (heute Norcia in Umbrien), stammte aus adligen Haus und war die Zwillingsschwester des hl. Benedikt. Sie wurde schon früh Nonne und rief mit Benedikts Unterstützung den Orden der Benediktinerinnen ins Leben. Darüber ist das Wappen des Abtes Hieronymus II. Feury angebracht. Im Aufsatz sieht man die Statue des hl. Emmeram mit Leiter, an der er zu Tode gemartert wurde. Daneben links: der heilige Wolfgang mit Bischofsstab und Kirchenmodell und rechts Dionysius mit abgeschlagenem Haupt. Dieser erlitt unter römischer Herrschaft das Martyrium. Mit dem Kopf in der Hand ist er bis zu dem damals außerhalb von Paris gelegenen Ort gegangen, weil er dort begraben werden wollte. So erzählt es die Legende.   Den Abschluss bildet ein Ovalmedaillon mit der Halbfigur des hl. Hieronymus als Gelehrter mit Buch. Hieronymus war der Namenspatron des Stifters. Auf ihn verweist auch die Inschrift auf dem Altarsockel: „Hieronymus secundus abbas MDCXXIII (1623).

Oelbilder Kreuzkirche

Eine kunstgeschichtliche Besonderheit in der Kirche sind „Die sechs Fälle“, Ölgemälde mit Szenen aus der Passion Christi als Ergänzung zum Hochaltar. Es handelt sich um die Bilder: Verurteilung Christi (2 Bilder), Christus vor Pilatus, Christus an der Geißelsäule, Christus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz und Christus wird an das Kreuz genagelt, gemalt in den Jahren 1621 bis 1628 vom Regensburger Maler Johann Paul Schwendtner.

Die in den Wänden eingelassenen Tafeln verzeichnen mehr als 900 Namen von Gefallenen und Vermissten im Zweiten Weltkrieg aus dem „alten“ Dekanat Geiselhöring. Ihrer gedenkt man stets am dritten Sonntag im September bei der jährlichen Kreiskriegergedächtnisfeier.

Zusammenfassung:

Die Haindlinger Wallfahrt gehört zu den ältesten Marien-Gnadenstätten im Bistum Regensburg. Sie hatte schon in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts viele Verehrer. Vor allem aber im 18. Jahrhundert erfreute sie sich größter Beliebtheit. Davon zeugt die teilweise erhaltene, prunkvolle Ausstattung der Wallfahrtskirche aus jener Zeit. Sie wurde ausschließlich von einheimischen Künstlern und Handwerkern angefertigt. Mit dem Altar der Kreuzkirche besitzt Haindling einen der schönsten Renaissancealtäre Bayerns.