Die Wallfahrtskirche „Mariä Himmelfahrt“

 

Patrozinium: 15. August - Bruderschaftsfest zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit: 1. Sonntag nach Pfingsten

Der gotische Kirchenbau wurde erstmals 1333 urkundlich erwähnt. Unter Abt Hieronymus II. Feury, der von 1609 -22 im Kloster St. Emmeram wirkte, wurde die Wallfahrtskirche im Geiste der Gegenreformation modernisiert. Er ließ die Türme beider Kirchen aufstocken. Ein Jahrhundert später erfolgte unter den Äbten Wolfgang Mohr und Anselm Godin der Umbau der Marienkirche zu einer großen Wandpfeileranlage, mit prächtiger Barockausstattung. Dabei wurden die mittelalterlichen Umfassungsmauern mitverwendet und der Turm beibehalten. Die Ausführung der Maurerarbeiten übernahm der Geiselhöringer Maurermeister Johann Pfättinger/Pfäffinger. Auch die übrige Ausstattung lag ausschließlich in den Händen einheimischer Handwerker und Künstler.

1722 feierte man die Konsekration des barocken Umbaus.

Dieser Barockbau hat sich in seinen Ausmaßen bis heute erhalten. Seine originale Ausstattung erlitt jedoch im Jahr 1816 durch den Einsturz der Decke im Langhaus den bedauernswerten Verlust von einem Großteil der Fresken. Die Decke des Kirchenschiffes wurde nach dem Einsturz und der darauffolgenden Wiedereinwölbung neu bemalt. Vier Szenen der Verherrlichung Mariens – darunter die Darstellung des Gnadenbildes über einer Ortsansicht von Haindling – begleiten in den Stichkappen Engel mit dem Ave Maria auf Spruchbändern.

Deckenbilder:

Von der umfangreichen Ausmalung haben sich nur die Deckenfresken im Chor erhalten. Sie zeigen neun Szenen aus dem Marienleben. Im ersten Joch (von Osten), im Scheitel: Darstellung Jesu im Tempel; seitlich rechts: Tod Mariä, seitlich links: Flucht nach Ägypten. Im zweiten Joch, im Scheitel: Mariä Vermählung; seitlich rechts Mariä Heimsuchung, links: Mariä Verkündigung. Im dritten Joch, im Scheitel: Unbefleckte Empfängnis; seitlich rechts: Mariens Tempelgang, links: Geburt Mariä. Begleitend dazu sind in den Stichkappen zwölf Embleme mit marianischen Symbolen dargestellt.

Am Chorbogen sieht man das Gnadenbild der Schönen Maria von Regensburg, eine der bedeutendsten europäischen Wallfahrten im Mittelalter, umgeben von acht Heiligen und Seligen, die im Kloster St. Emmeram verehrt wurden.

Das Westportal war ehemals der Haupteingang zur Kirche und wurde deshalb mit flankierenden ionischen Halbsäulen und einem Sprenggiebel besonders geschmückt. Die hier angebrachte Kartusche zeigt das Wappen des Bauherrn Abt Wolfgang Mohr von St. Emmeram in Regensburg. Auf dem Fries liest man die Jahreszahl 1721.

HochaltarDer Hochaltar von 1728 beeindruckt durch seine mächtige, den gesamten Chorschluss in Höhe und Breite einnehmende Anlage. Wie die übrige Ausstattung ist auch er ein Gemeinschaftswerk lokaler Meister. Den Aufbau fertigte der Geiselhöringer Schreiner Thomas Lehner. Auf jeder Seite flankieren drei im Dreieck angeordnete Säulen, die vorderen mit gedrehten Schäften, die Altarbilder. Den oberen Abschluss bildet ein Segmentbogen. Besonders auffällig sind die variierenden Furniermuster aus Nuss-, Kirsch- und Birnbaumholz. Das Hochaltarbild zeigt die Himmelfahrt Mariens. Heiliggeisttaube und Christus erfahren durch die Darstellung von Gottvater im Oberbild die Ergänzung zur Heiligen Dreifaltigkeit.

In Bayern gibt es nicht sehr viele furnierte Altarausstattungen. Insofern stellt Haindling eine Besonderheit dar, weit hinaus über die Grenze der Diözese. Das Besondere sei die Gesamtwirkung, die wiederum aus dem Detail entsteht. Ganz wunderbare Furniertechniken wurden kombiniert zu einem großen Ganzen.

Es sind ganz unterschiedliche Hölzer Stück an Stück gesetzt worden. Dabei gibt es auch stark geschwungene und gerade Flächen. Hier wurde auch differenziert zwischen den damals üblichen Sägefurnieren. Diese sind etwa 3 Millimeter dick und wurden von Hand gesägt, bis zu den Profilen und geschwungenen Säulen. Sogenannte Hobelfurniere, die man extra von Hand ausgedünnt hatte, um sie auf die geschwungenen Flächen anbringen zu können. Diese Furniere waren dann nur noch 0,5 Millimeter stark. Alles in allem ein kleines technisches Meisterwerk, so Dr. Katharina von Miller vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Die Bilder stammen von dem Straubinger Maler Joseph Anton März und wurden 1728 geliefert. Joseph Anton März, schwäbisch-bayerischer Maler des Barocks und frühen Rokokos, war der wichtigste ostbayerische Kirchenmaler seiner Zeit und starb 1750 in Straubing.

Zwischen den äußeren Säulenpaaren stehen lebensgroße, in Weiß und Gold gefasste Figuren der Eltern Mariens, Joachim und Anna, die der Bildhauer Simon Hofer aus Geiselhöring schuf.

Eine Kostbarkeit, die zu dieser Kirche gehört, ist ein 30 cm hohes, silbernes Reliquienkreuz, in dem ein Partikel vom Kreuz Christi verwahrt wird. Der Regensburger Weihbischof Albrecht Ernst Graf von Wartenberg, der 1714 die Johanneskirche in Hainsbach einweihte, hatte es dem Wallfahrtsort Haindling verehrt.

In Deutschland bewahren viele Kirchen Teile des Kreuzes auf. Die Reformatoren spotteten über die Reliquienverehrung, Calvin behauptete, die Stücke würden zusammen eine Schiffsladung Holz ausmachen. Inzwischen sind die Kreuzpartikel, oft nur Millimeter groß, katalogisiert und man kam zu dem Ergebnis, dass alle Partikel zusammen etwa 10 Prozent des Kreuzes ausmachen. Der größte Teil des Kreuzes ging in einer Schlacht der Kreuzfahrer am 4. Juli 1187 verloren. Die Splitter des Kreuzes werden im Gedenken an den Tod Jesu verehrt, um sensibel für das Leid vieler Menschen zu werden.

Seit dem 4. Jahrhundert werden auf den Namen „Maria“ Kirchen geweiht, der Name wird bevorzugter Taufname, zahlreiche Marienfeste werden in das liturgische Jahr aufgenommen; das Lob Mariens wird tägliche Gewohnheit (Engel des Herrn, Marienpsalter). Das II. Vatikanische Konzil hat Marias exemplarisches Menschsein vor Gott herausgestellt. Ebenso ist sie Urbild der Kirche: Sie empfängt Christus, gebiert ihn in den Getauften und verkündet ihn der Welt.

Vor dem Hochaltar befindet sich ein schlichter Volksaltar zur Feier des Gottesdienstes, der gemäß dem Erlass des 2. Vatikanischen Konzils (1962-65) den direkten Blickkontakt zwischen Priester und Gläubigen während der Messe ermöglicht.

Rokokospalier im ChorDas aufwendige Rokokospalier im Chor, das mit Baldachinen, Vorhangdraperien, Kartuschen mit bayerischen Rautenfeldern, Hermen, Putti und anderem Schmuck die Oratorien umrahmt, fertigte Thomas Wagner aus Geiselhöring 1762.

Das Chorgestühl mit 10 Plätzen stammt aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts und diente einst den Benediktinern zum Gebet. Es besteht aus je fünf, aus unterschiedlichen Hölzern zusammengesetzten Stallen, die durch Pilaster unterteilt sind.

Die beiden Altäre am Chorbogen haben einen ähnlichen Aufbau wie der Hochaltar und stammen ebenfalls von Thomas Lehner. Die Ölbilder wurden wiederum von Joseph Anton Merz gemalt.

GnadenaltarDer Gnadenaltar (rechts) ist das Zentrum der Verehrung des Haindlinger Gnadenbildes und zugleich der Altar für die Bruderschaft zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Im Mittelpunkt des Gehäuses befindet sich das Gnadenbild, eine 48 cm hohe Holzfigur der Muttergottes mit Kind. Die Figur dürfte um 1330 geschnitzt worden und wohl Regensburger Arbeit sein. Besonders wertvoll ist die weitgehend erhaltene originale Fassung der Figur. Das Postament mit dem Halbmond, das Zepter Mariens, die Kronen und der Strahlenkranz stammen aus dem Jahr 1715. Auf dem Dach sieht man eine Strahlensonne mit dem Monogramm Mariä. Die an den Seiten angesetzten Wangenflächen enthalten Reliquiennischen. Der Altar wurde von Thomas Lehner gefertigt. Die farbliche Fassung übernahm der Geiselhöringer Maler Balthasar Haas. Das Altarbild zeigt die Heilige Dreifaltigkeit. Das Oberbild zeigt eine Darstellung des hl. Josef. Beide Bilder stammen von Joseph Anton Merz.

Die Verehrung des hl. Josef beginnt im Zeitalter des Barock und erreicht im 19. und 20. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Deutlich zu sehen ist an seiner Person der Wandel in der Frömmigkeit. Der Patron der Kaufleute und Verwalter, da er für die rechte Finanzierung seiner Familie sorgte, wurde in der Barockzeit zum viel verehrten Patron eines guten Todes und dann im 19. und 20. Jahrhundert zu „Josef dem Handwerker und Arbeiter“.

Dreifaltigkeit (Trinität) ist die Bezeichnung für das zentrale Glaubensgeheimnis, das sich durch Reflexion auf die Bibel im 4. Jahrhundert herauskristallisierte. Gott existiert als einer in den Personen von Vater, Sohn und Heiligem Geist.

Votivtafeln2In der sich anschließenden Gnadenkapelle bezeugen viele Votivtafeln und Votivgaben die innige Verehrung, die der Haindlinger Muttergottes seit Jahrhunderten entgegengebracht wird. So pilgern die Gläubigen der Pfarrei Andermannsdorf seit über 560 Jahren getreu dem Gelöbnis im Pestjahr 1456 alljährlich nach Haindling.

Holzfigur hl SebastianAm Sebastiansaltar (links) hat die 1714 zum Schutz gegen die Pest gegründete Sebastiansbruderschaft, die heute noch besteht, ihre Andachtsstätte. Das Altarbild zeigt den hl. Sebastian, der Haindling mit seinem Schild gegen die Pestpfeile abschirmt.

Sebastian, geboren um 288 in Rom, war römischer Soldat. Der Überlieferung zufolge hatte sich Sebastian als Hauptmann am kaiserlichen Hof öffentlich zum Christentum bekannt und notleidenden Christen geholfen, woraufhin ihn Diokletian zum Tode verurteilte und von Bogenschützen erschießen ließ. Im Glauben, er sei tot, ließ man ihn danach liegen. Sebastian war jedoch nicht tot, sondern wurde von einer frommen Witwe mit dem Namen Irene, die ihn eigentlich beerdigen wollte, wieder gesund gepflegt.

Nach seiner Genesung kehrte er zu Diokletian zurück und bekannte sich erneut zum Christentum. Diokletian befahl daraufhin, ihn mit Keulen im Zirkus zu erschlagen.

Die ausdrucksstarke Holzfigur des hl. Sebastian, gestiftet 1681 von einem Hainsbacher Bauern, ist ein Werk des Bogener Meisters Johann Gottfried Frisch.

Das Oberbild zeigt Rochus. Er wird mit entblößtem Oberschenkel dargestellt, auf dem eine Pestbeule zu sehen ist. Die Pestbeule findet sich auch in der Leistengegend des Heiligen. Ein Hund ist Rochus meistens beigestellt. Dieser hat ihm Brot gebracht, als er auf einer Reise nach Rom selbst von der Krankheit befallen wurde. Er hatte Pestkranke gepflegt. Neben Sebastian und Anna war Rochus der populärste Pestheilige, dessen Verehrung erst seit dem Ausbleiben großer Epidemien im 17. Jahrhundert langsam nachließ.

KanzelAuch die Kanzel schuf Thomas Lehner 1721. Ihr Korpus ist durch vorspringende Volutenpilaster in Feldern unterteilt. Darin befinden sich Bilder der vier lateinischen Kirchenväter. Von rechts: Augustinus, der die Theologie und Philosophie durch Jahrhunderte hindurch bis zur Gegenwart beeinflusst hat. Hieronymus, Schöpfer der bis heute gebräuchlichen lateinischen Bibelübersetzung. Er war der einzige Kirchenvater, der es nicht zum Bischof brachte. Gregor I. der Große. Nach ihm ist der gregorianische Choral benannt. Ambrosius, Bischof von Mailand, bedeutender Förderer des Mönchtums und Begründer des Kirchengesangs. So stammt das Gloria, das in feierlichen Messen und am Sonntag gesungen wird, von Ambrosius. Die Bilder wurden von Joseph Anton Merz gemalt. Ein posauneblasender Engel steht auf dem Schalldeckel. Weitere Engel sitzen zu seinen Füßen am geschweiften Gebälk.

Der Leonhardaltar  (links) wurde 1709 von Hans Obermayr, Geiselhöring, geschreinert. Das Altarbild zeigt die beiden Viehpatrone Leonhard und Wendelin. Das Oberbild zeigt den hl. Martin, Bischof von Tours. Er ist einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche und wird auch in der orthodoxen, anglikanischen sowie der evangelischen Kirche verehrt.

Die Gans ist das typische Tier, an dem man den hl. Martin erkennen kann. Als er zum Bischof gewählt werden sollte, versteckte er sich in einem Gänsestall und wurde durch deren Geschnatter verraten.

In nahezu allen künstlerischen Darstellungen wird er allerdings mit einem roten Offiziersmantel abgebildet. An einem Tag im Winter begegnete Martin am Stadttor von Amiens einem armen, unbekleideten Mann. Außer seinen Waffen und seinem Militärmantel trug Martin nichts bei sich. In einer barmherzigen Tat teilte er seinen Mantel mit dem Schwert und gab eine Hälfte dem Armen. In der folgenden Nacht sei ihm dann im Traum Christus erschienen, bekleidet mit dem halben Mantel, den Martin dem Bettler gegeben hatte. Im Sinne von Mt 25,35–40  „Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet … Was ihr für einen meiner geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan.“ – erweist sich Martin hier als Jünger Jesu.

Dass zu Martin eine Gans gehört, hängt mit Pachtzahlungen in Naturalien zusammen. Häufig wurde die Pacht in Form einer Gans abgeliefert. Zum anderen war Martini ein Quartal, an dem Knechte und Mägde den Arbeitgeber wechselten. Als Abschiedsgeschenk erhielten sie eine Gans. Nachträglich konnte man auch eine Parallele zum Heiligen finden. In seinem Leben sind die Gänse nicht zum Verzehr vorgesehen, sondern sie verrieten ihn, als er sich der Überlieferung nach in einem Gänsestall versteckte, um nicht zum Bischof gewählt zu werden.

Auf der Mensa steht ein Herz-Jesu-Bild in einem Muschelwerkrahmen, das um 1760 entstanden sein dürfte, also in der Zeit des ausklingenden Hochbarocks. Im 17. und 18. Jahrhundert entfaltete sich die Herz-Mariä-Verehrung.

Den Wolfgangsaltar  (rechts) lieferte Thomas Lehner 1723. Das Altarbild zeigt die drei im Kloster St. Emmeram zu Regensburg verehrten Heiligen, nämlich Martyrerbischof Emmeram mit Leiter, den Diözesanpatron Wolfgang mit Kirche und Dionysius von Paris mit abgeschlagenem Haupt. Der römische Statthalter ließ Dionysius im Zuge der Christenverfolgung verhaften und enthaupten. Dionysius soll danach aufgestanden und mit seinem Kopf in den Händen noch ein Stück gelaufen sein, um die Stelle zu erreichen, wo er begraben sein wollte. Das Altarbild wurde von Joseph Anton Merz gemalt. Im Oberbild ist der hl. Nikolaus von Myra mit drei Goldkugeln dargestellt. Ein armer Edelmann wollte seine drei Töchter verheiraten, aber ohne Mitgift fanden sie keine Ehemänner. Also steckte er sie in ein Freudenhaus, damit sie dort das nötige Geld verdienten. Nikolaus hörte davon und warf ihnen rechtzeitig mit Goldstücken gefüllte Lederbeutel durch ihre Fenster, so dass Ehre und die Ehen der drei Mädchen gerettet waren. Anstelle des Tabernakels steht auf der Mensa ein Herz-Marien-Bild in einem Muschelwerkrahmen, das um 1730 entstanden sein dürfte.

Die Kirchenstühle gegenüber stammen noch aus der Zeit vor dem Einsturz des Gewölbes.

Der Barbaraaltar (links) von 1739 ist wiederum ein Werk von Thomas Lehner. Das Altarbild zeigt das „Martyrium der hl. Barbara“. Der Überlieferung nach ließ sich die hl. Barbara während der Christenverfolgung taufen und wurde Christin. Weil sie den Wunsch ihres Vaters den Glauben zu verleugnen nicht erfüllte, wurde sie in einen Turm eingesperrt und schließlich hingerichtet. Die Legende erzählt: Auf den Weg zum Gefängnis verfing sich ein Kirschzweig in Barbaras Kleid. Sie stellte ihn in einen Krug mit Wasser. An dem Tag, an dem sie zum Tode verurteilt wurde, blühte der Zweig auf. In dieser Legende gründet der Brauch der Barbarazweige. Barbara gehört zu den Vierzehn Nothelfern. Das Oberbild zeigt die hl. Apollonia, die geweihte Jungfrau, die während der Christenverfolgung verschleppt wurde. Man schlug ihr die Zähne aus und drohte, sie lebendig zu verbrennen, falls sie ihren Glauben nicht verleugne. Darauf sprang sie laut betend selbst in den brennenden Scheiterhaufen. Das Bild auf der Mensa stellt den hl. Aloisius von Gonzaga, der der Schutzheilige der christlichen Jugend ist, dar.

Der Andreasaltar (rechts) stammt ebenfalls von Thomas Lehner. Seine farbliche Fassung von Johann G. Haubner aus Geiselhöring. Das Altarbild zeigt den Apostel Andreas mit Darstellung des Martyriums. Er wurde gekreuzigt. Das geschah der Legende nach an einem Kreuz mit schrägen Balken. Ein X-förmiges Kreuz nennt man "Andreaskreuz". Es steht weltweit vor Bahnübergängen. (Andreaskreuz; zugleich als Abkürzung des Namens Christi=griechisch:X). Das Oberbild zeigt den hl. Christophorus. Der Name bedeutet übersetzt „Christus-Träger". Christophorus wird meist als großer Mann mit einem Kind auf den Schultern dargestellt, das er über einen Fluss trägt. Nach der Legende war dieses Kind sehr schwer. Auf seine Frage, warum er so schwer sei, antwortet der Knabe, er müsse die ganze Welt tragen.

Mondsichelmadonna HaindlingBei der hier aufgestellten Holzfigur der „Mondsichelmadonna“ handelt es sich um eine sehr qualitätsvolle Arbeit eines unbekannten Landshuter Meisters. Die gotische Madonna dürfte um 1480 gefertigt worden sein und stammt aus der 1924 abgebrochenen Kirche in Haindlingberg. Die Mondsichel leitet sich aus der Offenbarung des Johannes her: „Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.“ (Offb 12,1)

Bild gegenüber: hl. Franz von Assisi. Er war der Gründer des Ordens der Minderen Brüder (Franziskaner).

Am Benediktusaltar (links) von 1746 ist auf dem Altarbild der Ordensgründer Benedikt, von Engeln umgeben, zu sehen. Benedikt wurde um 480 in Nursia bei Perugia geboren und starb 547 auf dem Monte Cassino bei Cassino. Er war Einsiedler und Abt. Auf ihn geht das nach ihm benannte benediktinische Mönchtum zurück. Er gründete Montecassino, das erste Benediktinerkloster. Benedikt ist Vater des abendländischen Mönchtums und Patron von Europa. Seine Zwillingsschwester war die später ebenfalls als Heilige verehrte Scholastika. Das Oberbild zeigt „Christus und den Apostel Thomas“.

Gegenüber an der Wand hängt ein Votivbild mit einer Darstellung von Hainsbach aus dem Jahr 1704 und dem nicht mehr existierenden Schloss, das 1813 abgebrochen wurde.

Der Altar der Schmerzhaften Mutter Gottes (rechts) stammt von 1746. Das Altarbild zeigt die „Mater Dolorosa“ (Schmerzhafte Muttergottes) und ist eine im Rahmen der Marienverehrung gebrauchte Darstellung der Schmerzens Maria, der lebenslange Sorge Mariens um ihren Sohn Jesus Christus. Oberbild: Antonius von Padua. Er war ein portugiesischer Franziskaner, Theologe und Prediger. Antonius ist ein Heiliger und einer der 35 Kirchenlehrer der römisch-katholischen Kirche. Auf der Mensa steht ein Schrein mit einer plastischen Darstellung des Heiligen Grabes aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Von der originalen Ausstattung ist in der 3. Kapelle noch ein Beichtstuhl mit geschweiften Aufsätzen erhalten. Er entstand um 1720/30 und stammt ebenfalls aus der Werkstatt des Geiselhöringer Thomas Lehner.

Der Aufbau der mit Akanthusornament geschmückten Orgel (1766; Anfang 20. Jahrhundert erneuert) ist durch drei mittlere und zwei höhere seitliche Achsen gegliedert.

Gedenktafeln/Grabdenkmäler:

In der Nähe des Südeingangs befindet sich ein Hochrelief aus Kalkstein des Lehensträgers Gabriel Kastner von Hainsbach mit Ritterrüstung, im Volksmund auch „der Eiskalte von Haindling“ genannt. Gabriel Kastner war letzter Lehensträger von Hainsbach, Haindling und Mötzing. Er starb 1565 und wurde mit seiner Frau in der Pfarrkirche Hainsbach begraben. Weitere Grabdenkmäler befinden sich im West- und beim Nordeingang sowie an der Südwand außen.

Der Kreuzweg:

Gedenktafeln aussenDie ersten Pilgerreisen der Christen führten einst zu den heiligen Stätten des Lebens- und Leidensweges Christi. Die Verbindung einer Marienwallfahrt mit einem Kreuzweg liegt daher nahe. Einzelne Passionskapellen besaß Haindling schon im 17. Jahrhundert. Um 1733 dann ließ Pater Bonifaz Schachtner an einem Weg über den Hang und den Kirchhof hinauf einen neuen Kreuzweg mit vierzehn Stationen errichten. Die unterschiedlich großen, rundbogig geöffneten Kapellen wurden von Johann Haubner aus Geiselhöring farblich gefasst. Heute schmücken Reliefs die Kapellen. Höhe- und Endpunkt des Kreuzwegs stellt die Kreuzkirche mit ihrer Ausstattung und ihren Kapellen dar. Das Heilige Grab als letzte Station befindet sich in ihrem Unterbau.

Ölbergkapelle:

KreuzwegDie lebensgroßen Stuckfiguren hat der Regensburger Bildhauer Georg Wilhelm 1655 angefertigt. Übermalt wurden sie 1906.